Lifegate im Septem­ber 2021

2. Oktober 2021

Der Monat der hohen jüdi­schen Feier­ta­ge in Isra­el und ein inten­si­ver Arbeits­mo­nat (ohne Feier­ta­ge) in unse­rer Einrichtung.

Es begann Anfang Septem­ber mit dem jüdi­schen Neujahrs­fest, (Fest des Schof­arb­la­sens), das wie ein Weck­ruf die Menschen bewusst in die Gegen­wart Gottes stellt und zur erns­ten Vorbe­rei­tung zu dem zehn Tage späte­ren großen Versöh­nungs­tag Yom Kippur ruft. „Mögest Du in das Buch des Lebens einge­schrie­ben sein“, mit diesem Wunsch verab­schie­det man sich von israe­li­schen Freun­den in diesen zehn Tagen. Der hohe Pries­ter opfer­te am Yom Kippur einst im Aller­hei­ligs­ten des Tempels in Jeru­sa­lem das Blut eines Opfer­tie­res zur Verge­bung der Sünden des ganzen Volkes. Noch heute ein Fasten­tag in Isra­el und ein Tag, den viele Menschen in der Synago­ge im Gebet verbrin­gen. Ein Tag, an dem keine Autos fahren und die Stadt den Fahr­rad­fah­rern und Fußgän­gern gehört. Am Abend des ausge­hen­den Yom Kippurs hört man bereits Hämmern und Klop­fen der Menschen, die auf dem Balkon, im Garten oder auf dem Park­platz vor dem Haus ihre Laub­hüt­te aufbau­en. Denn nun beginnt dieses schö­ne Fest Sukkot, wo man viele Gäste einlädt und eine Woche lang das Leben in eine Hütte verlegt, die mit Palmen­zwei­gen bedeckt und schön geschmückt wird. Durch die Zwei­ge sieht man in der Nacht die Ster­ne (und hört den Nach­barn schnar­chen, der in seiner Laub­hüt­te schläft). Es erin­nert die Israe­lis an die Zeit der 40-jähri­gen Wüsten­wan­de­rung, wo man keine festen Häuser hatte, nur Hütten, die man auf dem Weg zusam­men­bau­te und es erin­nert uns alle daran, dass wir Menschen auf dieser Erde „keine blei­ben­de Stät­te“ haben, ja auf der Durch­rei­se sind, zu unse­rer ewigen Wohnung. Die symbo­li­schen Früch­te in der Laub­hüt­te stehen für den Dank an Gott, dass er uns mit allem versorgt und am Ende der Fest­wo­che freut man sich über die 10 Gebo­te, die Gott Mose auf dem Berg Sinai auf Stein­ta­feln über­ge­ben hatte und die bis heute unse­re Welt eini­ger­ma­ßen im Lot halten. Beson­de­re Gebe­te um Regen in dieser Woche wurden bereits erhört, als vor ein paar Tagen der erste ergie­bi­ge Regen­schau­er unser Land vom Staub des Sommers befrei­te. Eigent­lich woll­ten wir, wie schon viele Jahre vorher, mit unse­ren israe­li­schen behin­der­ten Freun­den das Fest gemein­sam in Tabgha am See Gene­za­reth feiern, leider war dies wegen verschie­de­ner Umstän­de, (Coro­na, poli­ti­sche Situa­ti­on, etc.)  nicht möglich. Wir hoffen, dass wir diese wich­ti­ge Begeg­nung spätes­tens im Früh­jahr nach­ho­len können. Jesus sprach auf diesem Laub­hüt­ten­fest die Worte: „Von meinem Leibe werden Strö­me leben­di­gen Wassers flie­ßen und zur Quel­le des Lebens für viele werden. Von diesem „Lebens­was­ser“ ist ganz sicher auch etwas zu uns nach Beit Jala geflos­sen und da ist die leben­di­ge Verbin­dung zum Gesche­hen bei Lifegate im September.

Studen­ten bei Lifegate-moti­vier­te junge Menschen lernen mit und von uns

Seit vielen Jahren findet ein Teil der prak­ti­schen Ausbil­dung der Ergo­the­ra­peu­ten und Physio­the­ra­peu­ten der Univer­si­tät Beth­le­hem in Lifegate statt. Die gute Anlei­tung und Beglei­tung dieser jungen Menschen durch unser Team trug dazu bei, dass ande­re Univer­si­tä­ten im Land auf uns aufmerk­sam wurden und jetzt eben­falls ihre Studen­ten auch im Bereich Sozi­al­ar­beit, Sprach­the­ra­pie, Förder­schul­päd­ago­gik und in der Zukunft auch Ortho­pä­die­me­cha­nik für Prak­ti­ka zu uns senden. So arbei­ten wir mitt­ler­wei­le mit 5 Univer­si­tä­ten zusam­men, deren Studen­ten bei uns lernen und in der Arbeit mit Menschen mit Behin­de­run­gen Erfah­run­gen sammeln. Eini­ge dieser ehema­li­gen Praktikanten/​innen sind heute bei uns ange­stellt und daher präde­sti­niert auch neue Studen­ten anzu­lei­ten. Im Gegen­satz zum Lifegate Team (wir arbei­ten in zivi­ler Klei­dung oder in Lifga­te T‑Shirts) müssen die Studen­ten, die von ihrer Univer­si­tät vorge­schrie­be­ne grüne Uniform tragen. Die Anwe­sen­heit dieser moti­vier­ten jungen Menschen gibt uns auch die Möglich­keit mehr indi­vi­du­el­le Einzel­för­de­rung für Kinder und junge Menschen zu ermög­li­chen, also eine gute „Win-Win“ Situa­ti­on für alle Beteiligten.

Neue auslän­di­sche Mitarbeiter/​innen gut angekommen

Anne­ma­rie, Amelie und Lilith (v.l.n.r.) haben ihren Wunsch ein Jahr im Ausland (DVHL Programm) zu arbei­ten trotz eines Jahres „Warte­schlei­fe“ weiter­ver­folgt und sind jetzt im Septem­ber gut bei uns ange­kom­men. Nach einer Woche Quaran­tä­ne in Jeru­sa­lem orien­tie­ren sie sich in unse­ren verschie­de­nen Abtei­lun­gen. Sie werden für ein Jahr in verschie­de­nen Berei­chen mitar­bei­ten und so einen umfas­sen­den Einblick in unse­re Arbeit erhal­ten. Der Nach­fol­ger von Simon Röss­ler Jonas Wein­holz (Ortho­pä­die­tech­ni­ker) ist eben­falls zu unse­rer großen Freu­de einge­trof­fen und beginnt nach der Quaran­tä­ne seine Arbeit in unse­rer Werk­statt. Alle jungen Leute sollen eben­falls Land und Leute kennen­ler­nen und hoffent­lich viele gute Erfah­run­gen aus dieser Zeit mitnehmen.

Besuch der neuen Leite­rin der GIZ in Lifegate

Die neue Leite­rin der Deut­schen Gesell­schaft für Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit Frau Anja Gomm besuch­te mit einer klei­nen Dele­ga­ti­on unse­re Einrich­tung. Lifegate ist seit zwei Jahren in der Projekt­för­de­rung bei der GIZ und neben der Ausstat­tung und Entsen­dung einer deut­schen Fach­kraft für unse­re Ortho­pä­die Werk­statt wurde uns die Einrich­tung unse­rer Voll­korn Bäcke­rei ermög­licht, sowie ein spezi­el­les Programm mit Hygie­ne Maßnah­men zur Verhin­de­rung von Coro­na Anste­ckun­gen umge­setzt. In einem neu bean­trag­ten Programm wollen wir den Lifegate Hilfs­mit­tel Service (Vermitt­lung und Repa­ra­tur von Roll­stüh­len und  Hilfs­mit­teln) auf verschie­de­ne Orte im Land erwei­tern, wo es keiner­lei Hilfe­stel­lung in diesem Bereich gibt. Ein Service­fahr­zeug mit Ersatz­tei­len und neuen Hilfs­mit­teln wird mit unse­ren Tech­ni­kern diese Orte anfah­ren und mit loka­len Orga­ni­sa­tio­nen gemein­sam Struk­tu­ren aufbau­en, die Menschen mit Behin­de­run­gen den Zugang zu Hilfs­mit­teln ermög­li­chen und deren Wartung und Repa­ra­tur vor Ort ermöglichen.

Wir sind sehr dank­bar für diese gute Zusam­men­ar­beit und hoffen, dass wir auch in der Zukunft zusam­men mit der GIZ viele gute Projek­te zum Wohle der Menschen mit Behin­de­run­gen im Land durch­füh­ren können.

Neue Grup­pe mit Kindern mit einer Schwerstbehinderung 

Die zwei­te Grup­pe der Kinder dieses neuen Arbeits­zwei­ges hat sich in den ersten Wochen gut einge­lebt und auch die Mitar­bei­te­rin­nen finden ihren Platz und sind mitt­ler­wei­le mit den beson­de­ren Aufga­ben vertraut. Diese Kinder müssen zwischen Buggy oder Roll­stuhl auf die Matrat­ze oder in das Ruhe­bett trans­por­tiert werden, ihnen wird Essen ange­reicht und sie werden nach Bedarf gewi­ckelt. Sie benö­ti­gen Stimu­la­tio­nen (Musik, Geruch, Berüh­rung, Licht­ef­fek­te) und natür­lich viel Liebe. Zwei Mitar­bei­te­rin­nen, Lifegate Kran­ken­schwes­ter und die Thera­peu­ten und Volon­tä­rin­nen helfen kräf­tig mit, dass auch diese Kinder die best­mög­li­che Förde­rung und Betreu­ung erhal­ten. Bild: Gut gesi­chert auf der Schaukel!

Alles dreht sich um´s (rich­ti­ge) Essen

Gesun­de Nahrung und gesun­de Back­wa­ren stehen auf unse­rer Lifegate Wunsch­lis­te und in vielen klei­nen Schrit­ten verfol­gen wir das Ziel unse­re Kinder und Jugend­li­chen und ihre Fami­li­en besser zu ernäh­ren. So gehö­ren zu unse­rer Früh­stücks­pau­se jeden Morgen frisch zube­rei­te­te Sala­te und unse­re Küche ist ange­hal­ten abwechs­lungs­rei­che, gesun­de Kost anzu­bie­ten und Fette und Zucker zu redu­zie­ren. Frei­lich gibt es in jedem Land Tradi­tio­nen und auch bei uns kommen wir gegen lang einge­schlif­fe­ne Verhal­tens­wei­sen nur schwer­lich an. So konn­ten wir schon vor länge­rer Zeit unse­ren Müttern das Garen von Gemü­se im Wasser­dampf vermit­teln und die Zube­rei­tung von lecke­ren Soßen, anstatt das Gemü­se in der Frit­teu­se aller Vitami­ne zu berau­ben. Das gemein­sa­me Früh­stück ist Teil unse­res Tages­ab­lau­fes und die Kinder lernen auch Essen zu teilen und aufein­an­der Acht zu haben. Wir wollen unse­re Nahrungs­mit­tel in Ehren halten und möglichst wenig (oder besser keine) Lebens­mit­tel wegwerfen.

Das Programm der Lifegate Bäcke­rei beginnt bereits beim Getrei­de­ein­kauf, wo wir neben Roggen auch Dinkel und Gers­te verar­bei­ten wollen und Weizen nur in klei­ne­ren Mengen. Da wir selber mahlen, kann auch ein Teil des Schro­tes (das viele Vitami­ne erhält) dem Teig wieder zuge­führt werden. Würden wir dazu noch orga­nisch ange­bau­tes Getrei­de finden, hätten wir wohl sehr gesun­de Back­wa­ren bei Lifegate. Auch Gluten frei­es Gebäck soll bei uns geba­cken werden. Quali­tät wird sich herum­spre­chen, dies gilt auch für unser Land. Wir sind dabei den Markt zu erfor­schen, um gutes (orga­ni­sches) Getrei­de zu erwerben.

Blie­be noch der deut­sche (euro­päi­sche) Bäcker (als Entwicklungshelfer/​in oder/​auch im Ruhe­stand), da bitten wir unse­re Leser weiter­hin mitzusuchen!

Ach ja und manch­mal werden auch wir schwach, wenn uns, wie auf dem Bild, unse­re Lehre­rin M. Abdal­lah eine „Kalo­rien­bom­be“ geba­cken hat, zum fröh­li­chen Anlass eines Kinder­ge­burts­ta­ges in ihrer Klas­se. Dann freu­en wir uns über Sahne und Butter­creme und verges­sen für ein paar schö­ne Augen­bli­cke das „Körner­le­ben“. Bild: … „und führe uns nicht in Versuchung“…

Schul­ak­ti­vi­tä­ten

Wir hatten im Septem­ber den ersten Austausch­be­such mit einer Regel­schu­le vorbe­rei­tet, als ausge­rech­net an diesem Tag ein Streik der Schu­len statt­fand. Jetzt wollen wir die Begeg­nungs­pro­gram­me von Kindern aus Regel­schu­len mit unse­ren Förder­kin­dern wieder regel­mä­ßig wahr­neh­men. Es ist immer eine Berei­che­rung für beide Seiten und auch für die Lehrer/​innen, die diese Tref­fen vorbe­rei­ten. Berüh­rungs­ängs­te werden abge­baut, die Kinder spie­len und basteln gemein­sam, es entste­hen Freund­schaf­ten, Kinder mit Behin­de­run­gen werden lang­fris­tig leich­ter in Regel­schu­len aufgenommen.

Wir freu­en uns über unse­ren Platz und unse­re Möglich­kei­ten wie hier beim Spiel und Sport in unse­rer Mehr­zweck­hal­le. Einer gemein­sa­men Malak­ti­on am Ende eines Schul­ta­ges oder Akti­vi­tä­ten im Lifegate Spiel­raum mit Kletterwand. 

Neue Thera­peu­ten bei Lifegate

Zum Schul­jah­res­be­ginn im August kamen fünf neue Thera­peu­ten zu Lifegate, die teil­wei­se ausge­schie­de­ne Mitarbeiter/​innen erset­zen.  Issa (unten links) ist Ergo­the­ra­peut und gleich sehen wir ob die Luft reicht und der Ballon platzt. Jara und Taima star­te­ten als Logo­pä­din­nen und sind mit viel Enga­ge­ment und Freu­de an der Arbeit. Sara und Maram sind Ergo­the­ra­peu­tin­nen und arbei­ten in der Früh­för­de­rung und in der Schu­le zusam­men mit den Lehre­rin­nen in den Grup­pen. Dieses Modell hatte sich schon in der Vergan­gen­heit bewährt. Vier neue Förder­schul­leh­rer­rin­nen ergän­zen die Grup­pe von neuen Team­mit­glie­dern bei Lifegate. Wir wünschen diesen moti­vier­ten neuen Kolle­gin­nen und Kolle­gen gutes Gelingen.

Ein Lächeln von Hala und Angela 

Hala ist nach der Skolio­se Opera­ti­on stabil und wir sind dank­bar, dass sie viel Freu­de in der Schu­le hat und hier mit Ange­la, unse­rer deut­schen Mitar­bei­te­rin, ihr hübsches Lächeln teilt. Ange­la berät uns in unse­rer Förder­ar­beit und verschafft sich gera­de einen Über­blick in den verschie­de­nen Berei­chen unse­rer Arbeit, um dann ihre Themen und Schwer­punk­te zu setzen. Wir sind dank­bar für diesen profes­sio­nel­len „Blick von außen“ und freu­en uns über gute Perspek­ti­ven und die Zusam­men­ar­beit mit ihr und ihrem Ehemann Fried­rich, um unse­re Arbeit weiter zu verbessern.

Amani Sama­ra, (41 Jahre alt) eine Freun­din in Not

Als Amani vor vielen Jahren in einer Lifegate Wohn­grup­pe ihre ersten Schrit­te in ein selbst­stän­di­ges Leben mach­te, wuss­ten wir noch nicht, dass wir über viele Jahre freund­schaft­lich und auch durch unse­re Arbeit verbun­den blei­ben würden. Nach der Zeit bei Lifegate, wo sie einen Schul­ab­schluss mach­te, kehr­te sie zu ihrer Mutter nach Ramal­lah zurück (die Eltern waren getrennt) und besuch­te die freie Univer­si­tät und wurde Englisch Lehrerin.

Amani hatte viele gesund­heit­li­che Proble­me, anfäng­lich konn­te sie mit Bein­schie­nen und Gehstüt­zen noch kurze Stre­cken laufen, aber schon bald muss­te sie ihr Leben vom Roll­stuhl aus organisieren.

Sie benö­tig­te eine Skolio­se­ope­ra­ti­on, die im loka­len Kran­ken­haus viele Kompli­ka­tio­nen nach sich zog und später in einem israe­li­schen Kran­ken­haus korri­giert werden muss­te. Seit­dem hat Amani berech­tig­te Beden­ken und vertraut ausschließ­lich den Ärzten, die ihr Leben nach der ersten fehl­ge­schla­ge­nen Opera­ti­on mit unse­rer Hilfe retteten.

Amani wurde in der Stadt Ramal­lah und Umge­bung eine Ansprech­part­ne­rin für ande­re Menschen mit Behin­de­run­gen, grün­de­te eine Selbst­hil­fe­grup­pe und setz­te sich immer wieder für die Belan­ge behin­der­ter Menschen in der Öffent­lich­keit und bei der Paläs­ti­nen­si­schen Regie­rung ein. Sie orga­ni­sier­te Tref­fen mit ande­ren Roll­stuhl­fah­rern, deren Stüh­le mitt­ler­wei­le in abso­lut schlech­tem und unsi­che­rem Zustand waren und lud unse­re Hilfs­mit­tel­ab­tei­lung ein. Wir konn­ten alle diese alten Roll­stüh­le durch uns gespen­de­te quali­ta­tiv gute und neue Roll­stüh­le kosten­los erset­zen und damit Dank Amani vielen Menschen mit Behin­de­run­gen die Mobi­li­tät erhalten.

Amani hat uns nicht um Hilfe gebe­ten, sie denkt an sich selbst ganz zuletzt. Wir wissen aller­dings: Ihr Zustand ist mitt­ler­wei­le lebens­be­droh­lich und wir wollen helfen. Die vor Jahren einge­setz­te Wirbel­säu­len­ver­stär­kung (Metall) ist gebro­chen, Amani liegt im Bett unter sehr star­ken Schmer­zen und kann sich nicht mehr bewe­gen. Die Opera­ti­on kostet 200 000.-NIS (53 000.-Euro). Amani verhan­delt mit der paläs­ti­nen­si­schen Regie­rung einen Trans­fer in das israe­li­sche Kran­ken­haus und finan­zi­el­le Unter­stüt­zung zu erhal­ten und auch wir sind mit dem israe­li­schen Kran­ken­haus in Kontakt und bitten um einen Nach­lass. Bitte nehmen Sie Amani und eine Lösung dieser finan­zi­el­len Proble­me mit in Ihr Gebet!

Die lieben Mütter

(Frau­en­krei­se und Mütter­grup­pen bei Lifegate tref­fen sich regel­mä­ßig auch im September)

-Es sind die Frau­en, die in der paläs­ti­nen­si­schen Gesell­schaft klas­sisch die Kinder erzie­hen und versor­gen und in tradi­tio­nel­len länd­li­chen Gegen­den solan­ge Kinder bekom­men, bis es biolo­gisch nicht mehr geht.

-Es sind die Frau­en, die das Essen auf den Tisch oder die Matte auf dem Fußbo­den brin­gen, das Haus putzen und die Fami­lie versorgen.

-Es sind die Frau­en, die oft nach Arbeit suchen, Tiere versor­gen, ein Stück Land bear­bei­ten oder Hand­ar­bei­ten anfer­ti­gen, die sie verkau­fen können, um den Kindern das Essen zu ermöglichen.

-Es sind die Frau­en, die oft verant­wort­lich gemacht werden, wenn ein behin­der­tes Kind zur Welt kommt, und dann nicht selten isoliert und ausge­grenzt werden.

-Es sind die Frau­en, die unzu­frie­de­ne Ehemän­ner haben, die keine Arbeit (und somit Lohn) finden und diesen Ärger an den Kindern und den Frau­en auslassen.

-Es sind die Frau­en die fast zusam­men­bre­chen unter der Last, die ihnen täglich aufge­bür­det wird.

-Es sind die Frau­en, die ihr behin­der­tes Kind nehmen und sich auf den Weg machen, um einen Förder­platz zu suchen.

-Es sind die Frau­en, die unend­lich dank­bar sind, wenn jemand von uns ihnen zuhört und Inter­es­se für ihre Proble­me zeigt.

-Es sind die Frau­en, die von unse­ren Lehrern und Thera­peu­ten lernen und versu­chen mitzu­hel­fen so gut sie können, auch im ärmli­chen Zuhause.

-Es sind die Frau­en, die ihren klei­nen finan­zi­el­len Beitrag leis­ten wollen und ihr Schick­sal ganz oft nicht beklagen.

-Es sind die Frau­en, die bei Lifegate einfach sie selber sein dürfen, Zeit verbrin­gen, ermu­tigt, gestärkt und ange­nom­men werden.

-Es sind die Frau­en, die regel­recht aufblü­hen und die geschenk­te Hoff­nung weiter­tra­gen zu den ande­ren neuen Müttern, die sie oft liebe­voll an die Hand nehmen.

Bei Lifegate arbei­ten wir seit mehr als 20 Jahren inten­siv mit den Frau­en und Müttern.

(PS: Die Männer (Väter) gewin­nen wir über ihre posi­tiv verän­der­ten Ehefrauen).

Bild: Zaina aus der Förder­schu­le mit ihrer Mutter

Was sich sonst noch bewegt (oder leider noch steht)

-Aufzug  –  Der komplett einge­bau­te Lifegate Aufzug ist vom Tüv abge­nom­men und könn­te uns schon gute Diens­te leis­ten, wäre da nicht der falsch program­mier­te Compu­ter Chip, der eigent­lich den Aufzug bei Strom­aus­fall (davon haben wir im Winter leider recht viele) sicher zum nächs­ten Stock­werk brin­gen soll und die Türen öffnet. Die Vorstel­lung im Aufzug stecken zu blei­ben, bis ein Tech­ni­ker aus Ramal­lah oder Jeru­sa­lem die Gestran­de­ten befreit, hat uns nicht gefal­len. So warten wir in Geduld auch auf diese letz­te Hürde und den korri­gier­ten Chip, der aus der Schweiz geschickt wird und hoffen bereits im Okto­ber­be­richt strah­len­de „Aufzugs­kin­der“ präsen­tie­ren zu können.

-Land­kauf – es sind wieder eini­ge gekauf­te Quadrat­me­ter dazu­ge­kom­men und unse­re „Land­kar­te“ wächst. Wir beten, hoffen und ermu­ti­gen, dass sich weiter­hin viele Menschen finden, die helfen können. Danke von Herzen für alles was schon bisher passiert ist! Wunderbar!

- Lifegate Garden – eine Grup­pe von 70 jungen Menschen aus Naza­reth beleg­te unser Gäste­haus für zwei Tage und hatte eine sehr schö­ne Zeit in Beth­le­hem, eini­ge Einzel­gäs­te aus dem Land besuch­ten uns und die bereits erwähn­te GIZ hatte ihr zwei­tes Mitar­bei­ter-Wochen­en­de in unse­rem Gäste­haus. So können wir uns lang­sam an „alte Zeiten“ erin­nern und gleich­zei­tig wieder fit machen für eine hoffent­lich baldi­ge Öffnung des Landes. Wir würden uns sehr freu­en, auch bald wieder Gäste aus dem Ausland begrü­ßen zu können!

- Neue Projek­te – da dürfen wir berich­ten, dass wich­ti­ge Gesprä­che laufen, Anfra­gen und Anträ­ge unter­wegs sind und wir weiter­hin gute Weichen stel­len wollen, um auf die vielen Anfra­gen von Eltern behin­der­ter Kinder und jungen Menschen aus der Gesell­schaft nach Förder­plät­zen Antwor­ten zu finden.

Gerne würden wir einen Lifegate Grund­satz: „Niemand, der sich an uns wendet soll mit leeren Händen wegge­schickt werden“ (weil es auch leider nicht viele Förder­plät­ze im Land gibt) auch weiter­hin in Rat und Tat umsetzen.

Blei­ben Sie bitte an unse­rer Seite und ein herz­li­ches Danke­schön für alles was wir gemein­sam bewe­gen können!

Mit lieben Grüßen

Ihr Burg­hard Schunkert