Lifegate im Okto­ber 2020

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10. November 2020

 Die jüdi­schen Feier­ta­ge in Isra­el (Neujahr, Yom Kippur und Laub­hüt­ten­fest) und die damit verbun­de­ne Coro­na Anste­ckungs­ge­fahr führ­ten zum zwei­ten „Lock­down“ im Land. Die Zahl der Ange­steck­ten war bereits vor Okto­ber dras­tisch ange­stie­gen. Bis zum 18. Okto­ber durf­te die Bevöl­ke­rung sich nur 1.000 Meter von Ihrer Wohnung wegbe­we­gen, einkau­fen gehen und Sport trei­ben. In Ausnah­me­fäl­len konn­ten Menschen zur Arbeit gehen. Jegli­cher Kontakt mit mehre­ren Menschen war unter­sagt, Kinder­gär­ten und Schu­len blie­ben geschlos­sen, genau­so wie die belieb­ten Einkaufs­zen­tren. Restau­rants und Cafés durf­ten nur „Take away“ Essen anbie­ten. Die säku­la­re Bevöl­ke­rung Isra­els schimpft, da die meis­ten ange­steck­ten Menschen zur reli­giö­sen, ortho­do­xen Bevöl­ke­rungs­grup­pe gehö­ren, die sich an die Richt­li­ni­en der Regie­rung nicht halten, aber auch nicht von den Behör­den belangt werden. So öffne­ten die Schu­len in den ortho­do­xen Stadt­vier­teln gegen die Anwei­sun­gen des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums und die Schu­len der größ­ten­teils säku­lä­ren Bevöl­ke­rung Isra­els sind nach wie vor geschlos­sen. Große Teile des israe­li­schen Einzel­han­dels stöh­nen jetzt unter immensen finan­zi­el­len Einbußen.

 

Die Zahlen, der an Coro­na erkrank­ten Menschen, sind nach offi­zi­el­len Anga­ben sehr zurück gegan­gen und dieser „Lock­down“ wird als Erfolg verzeich­net. Die Demons­tra­tio­nen der unzu­frie­de­nen Menschen in Isra­el gehen unver­än­dert weiter und eine Spal­tung in der Gesell­schaft und damit verbun­de­ne zuneh­men­de Gewalt­be­reit­schaft (leider auch manch­mal von den Sicher­heits­kräf­ten) wird immer mehr sicht­bar. Der Ruf nach Neuwah­len ist in einer zerstrit­te­nen israe­li­schen Koali­ti­on immer deut­li­cher vernehm­bar. Die Menschen im Land sind enttäuscht, ratlos und empört über das Verhal­ten der Poli­ti­ker in dieser Coro­na Krise, die haupt­säch­lich mit sich selber beschäf­tigt sind. Ein von den USA mit Waffen und Geld unter­stütz­ter Frie­dens­ver­trag zwischen Isra­el und den Arabi­schen Emira­ten sowie dem Sudan, ist ein außen­po­li­ti­scher Erfolg, der zur Stabi­li­tät im Mitt­le­ren Osten beitra­gen soll. Wir hoffen, dass es ein „mensch­li­cher Frie­den“ werden wird, basie­rend auf Begeg­nun­gen, Kennen­ler­nen und veran­kert an der Basis der Bevöl­ke­run­gen und nicht nur auf einem Frie­dens­pa­pier zwischen Regie­run­gen. Die Flug­rou­ten von Isra­el in die USA und nach Südame­ri­ka sind jeden­falls schon sehr viel kürzer gewor­den, da diese Länder nun von EL AL über­flo­gen werden dürfen.

 

 Die Paläs­ti­nen­ser fühlen sich von diesen arabi­schen Ländern verra­ten und haben, wie schon so oft, den Anschluss verpasst. Viel­leicht führt es zu mehr prag­ma­ti­schen Entschei­dun­gen auch eine fried­li­che Rege­lung des Zusam­men­le­bens mit Isra­el zu finden, wir sind gespannt und wünschen allen Seiten muti­ge und konstruk­ti­ve Schritte.

 

In den paläs­ti­nen­si­schen Gebie­ten gab es keinen Lock­down, die Zahl der Coro­na Erkrank­ten hielt sich im Rahmen (auch weil weni­ger getes­tet wurde), es gab nicht viele schwer erkrank­te Menschen und wir hören von keiner drohen­den Über­las­tung der Kran­ken­häu­ser. Paläs­ti­nen­si­sche Arbei­ter durf­ten trotz Lock­down in Isra­el arbei­ten und über­quer­ten jeden Morgen legal die Grenze.

 

Lifegate arbei­te­te auch in diesem Monat ganz normal. Wir hatten zwar Coro­na posi­tiv getes­te­te Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge unse­rer Kinder sowie von Jugend­li­chen und auch bei einzel­nen Mitar­bei­tern in Lifegate und führ­ten dann die vom Gesund­heits­amt vorge­schrie­be­nen Maßnah­men durch. (ZB: Alle direk­ten Kontak­te, Mitar­bei­ter und Kinder muss­ten bis zu 14 Tage zuhau­se blei­ben und den Test machen). Da wir im Haus alle Gesichts­mas­ken tragen, den Sicher­heits­ab­stand einhal­ten und stän­dig Ober­flä­chen und Türklin­ken reini­gen, erleb­ten wir bisher keine Anste­ckungs­wel­le in unse­rer Einrich­tung, sondern es waren immer nur einzel­ne Menschen, die den Virus von außen mitbrachten.

 

Die Zahl unse­rer Kinder im Kinder­gar­ten und der Förder­schu­le ist wieder auf dem Stand wie vor der Zeit, in der ein klei­ner Virus das gesam­te Leben durch­ein­an­der brach­te und im Kinder­gar­ten eröff­ne­ten wir sogar eine neue Klas­se. Seit Mai lern­ten wir mit der Coro­na Situa­ti­on umzu­ge­hen und immer wieder unse­re Arbeit zum Schutz der Kinder und jungen Menschen auszurichten.

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